Aufzucht von Küken

 

Vorbereitung

 

Vor dem Einstallen der Küken muss der Stall einer gründlichen Reinigung und Desinfektion unterzogen werden; Dachbalken und Fenster nicht vergessen; nicht mit Wasser sparen!!

 

Wassertränken, Futtertröge bzw. Futterautomaten waschen und bereitstellen:

 

Wasser ist für die Lebenserhaltung und das Wachstum unerlässlich. Die Tränken sollten einige Stunden vor der Ankunft der Tiere aufgefüllt werden, so erreicht das Wasser eine Temperatur von 19° bis 20° C

 

Starterfutter bereitstellen: Geflügelstarter für Mast- und Legeküken, Kraftkrümel für Wassergeflügel (Enten, Gänse), Perlküken und Ziergeflügel, Putenstarter für Putenküken

 

Elektrizität überprüfen, Wärmelampen kontrollieren, Ersatzlampe bereithalten

 

Wärmelampe in Betrieb nehmen: in den Wintermonaten mindestens 40 Stunden vor dem Eintreffen der Küken, in den Sommermonaten genügen 20 Stunden

 

Temperatur:

 

Für die optimale Entwicklung brauchen Eintagsküken eine Temperatur von 32 – 33° C in den ersten drei bis vier Tagen. Wenn die Küken anfangen zu wachsen, sollte man die Temperatur an Ende der ersten Woche auf 30 °C verringern. Mit jeder weiteren Woche sollte die Temperatur um zwei bis drei Grad gedrosselt werden bis man 20 °C erreicht. Dies ist die Idealtemperatur für die gesamte Aufzuchtperiode.

 

Die richtige Temperatur wird durch das Verhalten der Küken sichtbar, daher sollte man die Küken beobachten, um zu entscheiden, ob die Temperatur richtig eingestellt wurde. Küken verhalten sich ruhig und still, wenn die Temperatur richtig ist.

 

Probleme bei der Aufzucht von Mastküken

 

Die steigende Nachfrage nach Geflügelfleisch, insbesondere nach Brust und Keule, hat zu einer gezielten Zuchtauslese geführt. Masthühner sollen bei möglichst geringem Futterbedarf möglichst schnell viel Fleisch ansetzen - insbesondere im Brust- und Keulenbereich.

 

Folgen der schnellen Gewichtszunahme sind Stoffwechselstörungen, Herzprobleme, weil der Kreislauf den rasant wachsenden Körper nicht ausreichend versorgen kann, Atemwegserkrankungen, Beinschwächen aufgrund geringer Knochenfestigkeit.

 

Durch den unnatürlich großen Brustmuskel verlagert sich der Körperschwerpunkt nach vorne. Beine und Hüften können diesem Druck nicht standhalten. Es kommt zu Verdrehungen der Beine, zu massiv verstärkten seitlichen Pendelbewegungen und zu extremer Anstrengung bei der Fortbewegung. Die Tiere humpeln und lahmen oder können sich aufgrund von Schmerzen nicht mehr bewegen auch, weil die Knochen nicht schnell genug Kalk einlagern können - Knochendeformationen und Überdehnen von Sehnen und Bändern sind die Folge.

 

Durch zu feuchtes Einstreu wird vermehrt Ammoniak aus dem Hühnerkot freigesetzt, der eine ätzende Wirkung hat. Dies führt bei den Tieren zu Atemwegserkrankungen und Augenentzündungen.

 

Auch das Wachstum der inneren Organe und des Herz-Kreislauf-Systems kann nicht mit dem Muskelwachstum Schritt halten.

 

Haupttodesursache bei Mastküken sind Wassersucht und plötzlicher Herztod. Die Lunge wächst langsamer als der Gesamtorganismus. Aufgrund der hohen Gewichtszunahme haben schnell wachsende Hühnerrassen aber einen erhöhten Sauerstoffbedarf. Bei Stress kann deshalb ein Überdruck in der Lunge entstehen, wodurch Lymphflüssigkeit in die Bauchhöhle eintritt und dort Wassersucht verursacht.

 

Die Tiere haben kein natürliches Sättigungsgefühl mehr. Aufgrund von Wärmelampen, die Tag und Nacht eingeschaltet sind, fressen sie fast ununterbrochen.

 

Lösungsmöglichkeiten:

 

  1. Achten Sie, dass das Einstreu immer trocken und die Wasserglocke dicht ist (damit verhindern Sie, dass Ammoniak entsteht - Augenentzündungen, Erblindung, Hautirritationen)
  2. Ausreichend Licht
  3. nährstoffreduzierte Fütterung, Drosselung der täglichen Futteraufnahme, kein Futter über Nacht